
Hallo Community,
Mein Kater hat nach seiner OP so gut wie nie sein Wasser getrunken.
Milo ist mein Kater. Er ist alles, was ich habe. Vor ein paar Wochen musste er operiert werden. Die OP selbst verlief gut, der Tierarzt sagte, alles sei glatt gelaufen.
„Das ist doch nur die Narkose“, dachte ich mir.
Danach war er wacklig, verschlafen, ein bisschen benommen. Er trank kaum, aber ich dachte mir: Das ist doch völlig normal nach so einer Narkose, das geht schon wieder weg. Die Schüssel war randvoll, und er schnupperte nur daran, ging weg. Ich machte mir noch keine großen Sorgen — ein, zwei Tage, dachte ich, dann ist er wieder der Alte. Ich gab etwas Wasser zu seinem Nassfutter, sollte reichen.
Aber die Tage vergingen, und es änderte sich nichts.
Erst da fing ich an, mir wirklich Sorgen zu machen. Ich fing an nachzulesen und wurde stutzig: Ich wusste, wie wichtig Wasser für seine Nieren ist — das war mir eigentlich nicht neu, aber jetzt erst wurde mir klar, wie ernst das gerade werden konnte. Nassfutter mit etwas Wasser reicht bei Weitem nicht, um eine Katze zu hydrieren. Jede dritte Katze stirbt in Deutschland an Nierenproblemen, obwohl es vermeidbar ist — und mein Milo sollte definitiv nicht zu den 33 % gehören. Ab da war klar: Ich konnte nicht länger einfach abwarten.
Also hab ich wirklich alles versucht.
Ich wechselte das Wasser täglich, manchmal zweimal. Ich machte jeden Tag die Schüssel sauber. Ich wechselte die Plastikschüssel zu einer aus Edelstahl. Ich gab Geschmack hinzu, Hühnerbrühe, Rind. Ich versuchte es sogar mit einer Spritze, was er überhaupt nicht mochte. Ich kaufte eine Fontäne für 70€ — die beste, die Amazon hergeben konnte, mit tausenden Bewertungen. Alles richtig gedacht, alles gut gemeint. Er trank trotzdem nicht. Ich war am Ende mit meinem Latein — verzweifelt, frustriert und besorgt, gerade jetzt, wo er mich am meisten braucht.
Der erste Tierarzt konnte mir nicht wirklich weiterhelfen.
Ich schilderte ihr alles — die vollen Näpfe, die Fontäne, das Nassfutter, die Hühnerbrühe, die Spritze. Sie sagte nur: Das kann nach einer OP schon mal ein paar Tage dauern, Wasser regelmäßig wechseln, mehr Näpfe aufstellen. Das hatte ich alles schon gemacht. Ich fuhr nach Hause und stand wieder vor derselben vollen Schüssel. Also suchte ich weiter — Artikel, Foren, Kommentarspalten. Und immer wieder dieselbe Geschichte: „Meine Katze trinkt seit der OP kein Wasser mehr.“ „Der Tierarzt sagt, das legt sich, aber wie lange soll ich noch warten?“ Dieselbe Verzweiflung, dieselbe Hilflosigkeit, dieselben gescheiterten Versuche.
Ein zweiter Tierärzt, Spezialist für innere Medizin, erklärte mir endlich, woran es wirklich lag.
„Ein, zwei Tage nach einer Narkose nicht zu trinken, das ist normal“, sagte er. „Aber wenn es sich über mehrere Tage zieht wie bei Ihnen, hat das meistens nichts mehr mit der OP selbst zu tun. Was viele nicht wissen: Der Stress, den eine Narkose und die Erholung danach auslösen, schärft für einige Tage den Geruchssinn zusätzlich. Deswegen riecht Ihr Kater gerade jetzt den Biofilm — den unsichtbaren Bakterienfilm, der sich in jedem stehenden Wasser bildet — noch stärker als sonst.“ Das Problem sei aber gar nicht das Material. Die meisten Fontänen haben viele Ecken und Einzelteile — Pumpenschacht, Filterhalter, Zwischenräume — und genau dort setzt sich der Biofilm innerhalb weniger Stunden fest, egal wie oft man das Wasser wechselt. Er zeigte mir einen Brunnen mit einfachem Design, kaum Einzelteile, keine versteckten Kammern. KatzenQuelle war der Name — das Einzige, was er seinen Patienten nach OPs empfiehlt.
Und dann hat sich alles verändert.
Ich bestellte ihn noch am selben Abend. Milo kam, schnupperte, ging weg. Zweiter Tag — er blieb länger stehen. Dritter Tag — er trank, nicht viel, aber er trank. Fünfter Tag — er ging zuerst zum Brunnen, bevor er zum Futter wollte. Er fing an, jeden Tag zu trinken. Bei der Nachuntersuchung sagte der Tierärzt: „Seine Werte sind gut. Keine Zeichen von Dehydrierung, und die Nieren sind top.“ Zum ersten Mal seit Wochen fühlte ich mich wie die Katzenmama, die ich sein will — die handelt, die nicht abwartet.
Ich schreibe das, weil es immer noch so viele Besitzer gibt, deren Katze gerade eine OP hinter sich hat und die sich anfangs auch einreden: Das geht schon wieder weg. Wenn deine Katze noch immer nicht richtig trinkt, obwohl die Operation schon eine Weile her ist — dann liegt das wahrscheinlich nicht mehr an der Narkose.
Trinkbrunnen ansehen →Gruß Nina














